Über Rahim Taghizadegan

Herzlich willkommen und besten Dank für Ihr Interesse an meinem Wirken. Ich bin ein junger austroiranischer Wirtschaftsphilosoph und lebe in Wien. Dort gründete ich das Institut für Wertewirtschaft, eines der wenigen vollkommen unabhängigen akademischen Institute in Österreich. Gemeinsam mit meinen Kollegen versuche ich die Krise der Gegenwart besser zu verstehen und Wege aufzuzeigen, wie heute wertvolles Wirtschaften und ein sinnvolles Leben aussehen könnte.

Mein ewiger Drang, wirklich zu verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält, führte mich quer durch die Wissenschaften. Ich begann meine Karriere in der Weltraumforschung, arbeitete für das Astronomische Institut, das U.S. Naval Observatory und das European Space Operations Center. Das Studium der Technischen Physik schloß ich mit einer Spezialisierung in Atomphysik am letzten, da öffentlich weitgehend unbekannten Forschungsreaktor Österreichs ab, widmete mich dem Studium komplexer Systeme und lernte an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne eine sehr bodenständige, realistische Interpretation der Quantenphysik kennen, die mir manch Epiphanie eröffnete.

Wirklich faszinierte mich hingegen stets das komplexeste aller Probleme, vor dem Physik und Mathematik klein beigeben müssen: Der Mensch und sein Handeln. Zur Verfolgung dieses Interesses studierte ich nebenbei Soziologie und Handelswissenschaft und sammelte Erfahrungen in Journalismus und Politik. Für letztere war ich freilich denkbar ungeeignet, denn unter "Politik" verstand ich stets das Bemühen, das menschliche Zusammenleben besser zu verstehen und zu gestalten, Parteipolitik ist mir vollkommen fern.

Bei längeren Aufenthalten in den USA lernte ich Wissenschaftler kennen, die sich einer Schule zurechneten, die einst aus Österreich fliehen mußte und hierzulande nun nahezu unbekannt ist: Die Wiener Schule der Ökonomie. Ich besuchte Seminare u.a. von Israel M. Kirzner, dem amerikanischen Schüler des österreichischen Ökonomen Ludwig von Mises, und dem Nobelpreisträger Vernon L. Smith. Mises' Hauptwerk, das auf Englisch unter dem schönen Titel "Human Action" erschien, eröffnete einen Zugang zur Ökonomie, der mir wesentlich realistischer schien als das geistlose Kopieren der Naturwissenschaften, das heute so in Mode ist. Mit meiner fundierten naturwissenschaftlichen Ausbildung war ich hier stets viel strenger und brachte bei meinem Studium zahlreiche Ökonomieprofessoren mit meinen Einwänden zur Verzweiflung. Gewöhnliche Ökonomiestudenten lassen sich nur allzu leicht von Formalismen beeindrucken.

Langsam erhärtete sich der Verdacht, daß in den Sozialwissenschaften, insbesondere der Ökonomie, so wie sie heute gelehrt werden, vieles nicht mit rechten Dingen zugeht. Nach und nach stellte ich fest, wie eng das heutige Spektrum des Diskurses ist und wie viel Wissen im Wahnsinn des letzten Jahrhunderts verloren ging - insbesondere in Österreich.

Ich widmete mich also selbst dem Studium der Ökonomie - im Sinne Mises': als Wissenschaft vom Handeln realer Menschen, nicht als Pseudowissenschaft, die mit künstlichen Modellen vorlieb nimmt. Dieser Zugang zur Ökonomie ist viel intuitiver und ich gewann Freude daran, dieses Wissen anderen Menschen zu vermitteln. Einige Zeit führte ich in Südafrika Ökonomieschulungen in Armenvierteln durch - fest davon überzeugt, daß gute Ökonomie jedem Menschen zugänglich sein müßte. Die extrem positive Resonanz vor Ort bestätigte dies.

Schließlich lernte ich vor vielen Jahren den Ökonomen Gregor Hochreiter bei einer Diskussionsreihe kennen, die ich damals veranstaltete (und noch heute in einem ähnlichen Format fortführe). Beide lockten uns hoch bezahlte Jobangebote und eine klassische Universitätskarriere, doch wir teilten dasselbe Unbehagen über den "Mainstream". Mit jugendlichem Idealismus entschlossen wir uns so wider jede praktische Vernunft, unseren Weg vollkommen unabhängig weiterzugehen. Unsere Devise: Wer, wenn nicht wir? Einige Jahre mußten wir freilich noch unseren Platz suchen und erkämpfen, das magere Einkommen fraß die Finanz gänzlich auf. Endlich faßten wir den Mut, eine Nische vollkommen unabhängiger und kompromißloser Erkenntnissuche und Wissensvermittlung zu gründen: Das Institut für Wertewirtschaft.

Im Zuge meiner Arbeit für das Institut für Wertewirtschaft verabschiedete ich mich von den Resten ideologischer Verkürzungen, gewann einen kritischen Blick auch auf die Wiener Schule und widmete mich der Erkundung tatsächlich realistischer Ökonomie. Mein Weg führte mich nun weit über die Ökonomie hinaus, ich befasse mich viel mit Philosophie, Theologie und Geschichte, sowie praktischen Aspekten des guten Lebens in einem Zeitalter der Illusionen. Einen schlechten Ökonomen erkennt man schließlich daran, daß er bloß Ökonom ist.

Als interdisziplinärer Querdenker versuche ich mich nun insbesondere an der Aufdeckung moderner Illusionen, der Freilegung verlorenen Wissens und der Verknüpfung der zahllosen aufgetrennten Fäden heutigen Denkens. Je tiefer ich in die Fragen der Zeit eindringe, desto deutlicher wird: Fast alles, was Menschen heute zu wissen glauben, ist falsch. Nach dem letzten Jahrhundert der Ideologien regieren eifersüchtige Bruchstücke des Halbwissens, unhinterfragte Vorurteile, voreiliges Schubladisieren und realitätsfremde Utopien unser Denken. Ich hoffe, meinen bescheidenen Beitrag dazu leisten zu können, meinen Mitmenschen zu helfen, die heutige Welt besser zu verstehen, insbesondere die Krise der Gegenwart, und ein besseres Leben zu führen.

Zu diesem Zweck schreibe ich: meine Scholien - Randnotizen zur Zeit - , Artikel und Bücher; lehre ich: an der Hochschule Liechtenstein, der Wirtschaftsuniversität Wien, dem Swiss Management Center und anderen Universitäten; halte ich Vorträge im gesamten deutschsprachigen Raum (und gelegentlich darüber hinaus); leite ich Seminare, darunter eine jährliche Sommerakademie im Kloster Pernegg, und lade einmal im Monat zum Club für Wertewirtschaft ein. Daß ich auf dem richtigen Weg bin, vermeine ich schon allein daran zu erkennen, daß ich dabei die wunderbarsten und interessantesten Menschen kennenlerne, Menschen, von denen man in Momenten der Ernüchterung gar nicht mehr glauben mag, daß es sie in Europa überhaupt noch gibt. Diese "Remnants" - wie sie der US-Journalist Albert Jay Nock nannte - spreche ich an, Menschen, in deren Denken und Charakter die letzten Überbleibsel erhalten sind, die wie durch ein Wunder das 20. Jahrhundert überlebt haben. Wer sich nicht angesprochen fühlt, dem will ich nichts dreinreden, das Missionieren liegt mir nicht. Wer aber die leise Ahnung verspürt, daß wir auf der Suche nach Ähnlichem sein könnten, den lade ich sehr herzlich ein, mich ein Stück meines Weges zu begleiten.